2. Iss bunt

2. Iss bunt

Iss bunt

  • Die moderne Ernährung der Welt besteht zum Großteil aus nur zwölf verschiedenen Pflanzen- und fünf verschiedenen Tierarten
  • Aber der menschliche Nährstoffbedarf ist komplex 
  • Je mehr unterschiedliche, vor allem pflanzliche Lebensmittel wir zu uns nehmen, umso besser stehen die Chancen, dass wir unseren Körper mit allem versorgen was er braucht, um gesund zu sein
  • unsere Challenge: versuch jede Woche mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu essen

Aus nur zwölf verschiedenen Pflanzen- und fünf verschiedenen Tierarten werden ungefähr drei Viertel des gesamten Essens unserer Erde gewonnen. Dabei ist der menschliche Körper sehr komplex in seinem Nährstoffbedarf und Abwechslung eine der wichtigsten Regeln für eine gesunde Ernährung.

Die Lebensmittel, die wir essen sind nicht einfach Proteine oder Kohlenhydrate, sondern vielschichtige Nährstoff-Pakete. Je mehr unterschiedliche Pakete wir essen, umso wahrscheinlicher versorgen wir unseren Körper mit allem was er braucht.

Also, mehr Vielfalt bitte! Es existieren ca. 300 000 essbare Pflanzenarten auf der Welt, genug um jede Woche eine neue Obst- oder Gemüsesorte auszuprobieren – und das für die nächsten 5769 Jahre. Unsere Challenge: mach eine Liste mit allen pflanzlichen Lebensmitteln, die Dir einfallen und versuche jede Woche 30 davon in Deinen Speiseplan einzubauen. Dazu zählt natürlich auch Olivenöl oder ein Saaten-Mix, den du über einen Salat streust.

"Iss bunt" meinen wir im Sinne von abwechslungsreich, aber auch wörtlich. Viele pflanzliche Lebensmittel erhalten ihre bunten Farben durch sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. So bekommen viele rote und violette Früchte und Gemüse, wie beispielsweise Äpfel, Beeren oder Auberginen ihre Färbung durch Flavonoide. Gelbe und orange Früchte und Gemüsesorten wie Karotten, Paprika, Melonen oder Kürbis erhalten ihre Farbe von Carotinoiden.

Diese sekundären Pflanzenstoffe, deren Konzentration meistens an der äußeren Schale am höchsten ist, sorgen dabei nicht nur für die schönen bunten Farben, sondern haben häufig einen Zusatznutzen für den menschlichen Körper. Manche Wirkmechanismen sind schon entdeckt. Viele sekundäre Pflanzenstoffe wirken beispielsweise antioxidativ oder entzündungshemmend. Andere Wirkungen und das Zusammenspiel der Stoffe werden gerade ausgiebig erforscht.

Auf jeden Fall ein Grund mehr, Deinen Teller bunt zu gestalten. Viele unserer bunten Ur-Getreide erhalten ihre Färbung übrigens auch durch sekundäre Pflanzenstoffe. Rotkorn enthält besonders viele Anthocyane und Einkorn besonders viele Carotinoide. 

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