Warum Vollkorn und Hülsenfrüchte?

Warum Vollkorn und Hülsenfrüchte?

Blitzzusammenfassung

  • Vollkorn-Getreide und Hülsenfrüchte können vielseitig als Grund- oder Beilage für eine kreative Küche und ausgewogene Ernährung verwendet werden, die den Körper mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt
  • Von allen Lebensmitteln haben sie ein besonders hohes präventives Potential für die chronischen Krankheiten, die unsere Gesellschaft und Staatskasse belasten
  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen wie weitreichend der Einfluss der Darmflora (Mikrobiom) auf unsere Gesundheit ist. Vollkorn und Hülsenfrüchte tragen maßgeblich zur Balance und Gesundheit der Darmflora bei 
  • Ohne Getreide und Hülsenfrüchte haben wir keine Chance die wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren

Die lange Version 

Wer hohe Türme bauen will muss lange beim Fundament verweilen

Das Fundament jeder Ernährung sind Grundnahrungsmittel. Sie sorgen für eine Grundversorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen. In fast allen Küchen der Welt gehören eine Form von Vollkorn (Reis, Mais oder Getreide oder Pseudogetreide) und Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen) zu den Grundnahrungsmitteln. 

Nur in der modernen Ernährung der Industrienationen mangelt es an beiden. Statt Hülsenfrüchten essen wir zu viel tierische Lebensmittel. Anstelle von Vollkorn essen wir verarbeitete Getreideprodukte, die vor allem leere Kalorien liefern. Das Ergebnis ist eine Welle von chronischen Krankheiten wie die unsere Gesellschaft plagt und unsere Gesundheitsausgaben explodieren lässt. 

Immer neue Studien zeigen, dass wir unser Risiko an ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Diabetes Typ II, Darmkrebs oder Herzkreislauf-Beschwerden zu erkranken signifikant senken können. Einfach indem wir mehr Vollkorn-Produkte und Hülsenfrüchte in unsere Ernährung integrieren. Moderne Ernährungsrichtlinien empfehlen deshalb, dass etwa ein Viertel der aufgenommen Nahrung Vollkorn ausmacht und Hülsenfrüchte regelmäßig als pflanzliche Proteinlieferanten gegessen werden.

Futter für die Darmflora

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse machen deutlich, wie weitreichend der Einfluss unserer Darmflora, dem sogenannten Mikrobiom, auf unsere Gesundheit ist. Wir essen nicht nur für uns selbst sondern füttern auch das mikrobielle Ökosystem in unserem Darm.

Die Forschung zum Einfluss der Darmflora auf unser Wohlbefinden liefert die aktuell wahrscheinlich spannendsten Erkenntnisse im Gebiet der Ernährungsforschung. Aktuell haben wir noch kein detailliertes Verständnis für die Zusammenhänge – aber eines ist bereits klar: je vielfältiger das mikrobielle Ökosystem, desto stabiler, und damit gesünder ist unsere Darmflora. Die beste Strategie ist damit eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung um unser vielfältiges Mikrobiom mit den verschiedensten Nährstoffen zu versorgen. Eine wichtige Nahrungsquelle für unser Mikrobiom sind Ballaststoffe und Polyphenole, von denen große Mengen in Vollkorn und Hülsenfrüchten enthalten sind. Vollkorn und Hülsenfrüchte tragen so maßgeblich zur Balance und Gesundheit unserer Darmflora bei.

Wie werden 10 Milliarden Menschen nachhaltig und gesund satt?

Mit einer stetig wachsenden Weltbevölkerung stehen wir vor der Herausforderung die Ernährung der Menschheit zu sichern. Es ist offensichtlich, dass wir die Welt nicht mit Steaks ernähren können. Aber es gibt auch nicht genügend fruchtbare Flächen und Ressourcen, um uns alle mit Auberginen, Tomaten und anderen anspruchsvollen pflanzlichen Lebensmitteln nachhaltig und gesund zu ernähren. 

Nachhaltig angebautes Vollkorn (Reis, Mais, Hirse und co mit eingeschlossen) und Hülsenfrüchte sind fester Bestandteil einer Ernährungsweise, die uns erlaubt hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Sie sind kein magisches Superfood, das alle unsere Probleme löst. Aber die Grundlage für eine bewusste Ernährung, die gesund hält, gut schmeckt und Spaß macht. 

Quellen:

Fresán, U., Sabaté J. (2019), Vegetarian Diets: Planetary Health and It’s Alignment with Human Health, Advances in Nutrition, Volume 10, Issue Supplement_4, November 2019, Pages S380–S388.

Liu, R.H. (2007), Whole grain phytochemicals and health, Journal of Cereal Science, Volume 46, Issue 3, p. 207-219. 

Mellen, P.B. et al. (2008), Whole grain intake and cardiovascular disease: A meta-analysis, Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, Volume 18, Issue 4, p.283-290. 

Roager, H.M. et al. (2017), Whole grain-rich diet reduces body weight and systemic low-grade inflammation without inducing major changes of the gut microbiome: a randomised cross-over trial, Gut, 68. p.83–93. 

Slavin, J. (2003), Why whole grains are protective: biological mechanisms, Proceedings of the Nutrition Society, 62, p.129-134. 

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A. Mottet, C. Haan, A. Falcucci, G. Tempio, C. Opio, P. Gerber, 2017, “Livestock: On our plates or eating at our table? A new analysis of the feed/food debate”, Global Food Security, 14: 1-8

M. S. Tom, p. S. Fischbeck, C. R. Hendrickson, 2016, “Energy use, blue water footprint, and greenhouse gas emissions for current food consumption patterns and dietary recommendations in the US”, Environ Syst Decis, 36(1): 92-103


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