Die regenerative Revolution - Teil 1

Die regenerative Revolution - Teil 1

Das Problem

Lesezeit: 5 Minuten

Wir leben in einer Zeit in der Hoffnung knapp scheint. Pandemie, Klimawandel, Artensterben und Extremwetterereignisse...wenn man an die Zukunft denkt kann einem das Herz schon mal schwer werden. Aber so muss es nicht sein. Es gibt Hoffnung für uns und unser Fortbestehen auf diesem Planeten. Dafür müssen keine neuen Technologien entwickelt werden. Und wir müssen auch nicht weniger komfortabel leben.

Die vielleicht wichtigste Stellschraube, um die drohende Umweltkrise zu bewältigen ist die Landwirtschaft. Momentan verursacht die Produktion von Lebensmitteln, Fasern und Treibstoff einen Großteil der weltweiten co2-Emissionen, einen verschwenderisch hohen Wasserverbrauch und den steten Verlust von Biodiversität. Dabei könnte Landwirtschaft einen gegenteiligen Effekt haben. Anstatt ein Teil des Problems könnte sie der wichtigste Teil der Lösung sein.

Wie das geht und was Du tun kannst, um dabei mitzuhelfen fassen wir in dieser Reihe von kurzen Beiträgen für Dich zusammen. Zum Einstieg ein wenig Kontext: Wie sind wir eigentlich hier hingelangt? Wie konnte es dazu kommen, dass der Anbau unserer Lebensgrundlage unser Fortleben bedroht?

Die grüne Revolution

In den 1960er Jahren begann die grüne Revolution und veränderte die Landwirtschaft für immer. Eine Gruppe Wissenschaftler züchtete neue, zwergwüchsige und hoch ertragreiche Weizensorten. In Kombination mit mineralischem Dünger, Pflanzenschutzmitteln und großangelegten Bewässerungssystemen erbrachten die neuen Sorten Ernten von bis dato unvorstellbaren Reichtum.


Neu gezüchtetes Saatgut für Reis, Mais und andere Feldfrüchte folgte. Die Hochertragssorten und die Hilfsmittel, die ihre Performance unterstützen, verbreiteten sich innerhalb einer Generation auf den Anbauflächen der Welt. Der Ertrag pro Hektar Land konnte um ein Vielfaches erhöht werden und der Hunger in der Welt wurde durch die neuen Technologien erfolgreich gemildert.


Besonders in den Entwicklungsländern haben die Errungenschaften der grünen Revolution für Ernährungssicherheit gesorgt. Schätzungen gehen davon aus, dass die erhöhte Nahrungsmittelproduktion das Leben von einer Milliarde Menschen gerettet hat. Dieser Umstand macht es nicht leicht die grüne Revolution zu kritisieren. Aber es sind doch ihre unvorhergesehenen Folgen, die uns heute zu schaffen machen.


Die grüne Revolution hat die Landwirtschaft industrialisiert. Wenige, einheitliche Pflanzenarten werden mit Hilfe von chemischen Pflanzenschutzmitteln und synthetischen Düngern auf den immer gleichen Flächen angebaut. Kurzfristig hat die Industrialisierung fantastische Ernten ermöglicht. Heute merken wir, dass die Erfolge nicht von Dauer sind. Der hohe Ressourcenverbrauch und die verursachten Emissionen sind schlicht nicht nachhaltig.


Wenn wir am aktuellen System für die Produktion unserer Lebensmittel festhalten steht es tatsächlich düster um unsere Zukunft.

 

Die regenerative Revolution

Aber wir haben Hoffnung versprochen und die gibt es. Denn eine neue Revolution ist unterwegs. Überall auf der Welt entdecken Menschen neue und alte Wege wie Landwirtschaft dazu beitragen kann unsere Umweltprobleme zu lösen. Die Pioniere der regenerativen Landwirtschaft sind nicht zufrieden damit weniger Schaden anzurichten. Sie arbeiten jeden Tag daran die geschädigten Ökosysteme wiederherzustellen. 


Wie das geht und wie Du die Bewegung unterstützen kannst erfährst Du in den nächsten Beiträgen.

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Quellen:

Barber, D., & Martin, S. J. The Third Plate: Field Notes on the Future of Food.

Horlingsa, L.G. and T.K. Marsdenb, Towards the real green revolution? Exploring the conceptual dimensions of a new ecological modernisation of agriculture that could ‘feed the world’

Evenson, R. & Gollin, D. (2003): Assessing the Impact of the Green Revolution, 1960 to 2000. Science, Vol. 300, Mai 2003, pp. 758-762.

Dana G. Dalrymple (1985): The Development and Adoption of High-Yielding Varieties of Wheat and Rice in Developing Countries. American Journal of Agricultural Economics 67 (5), S. 1067–1073

 


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